Die Zauberflöte von Mozart und Schikaneder ist eine Märchenoper, die vom Streit zwischen der "Königin der Nacht" und "Sarastro", dem Hohenpriester des Sonnenreichs erzählt. Wenn auch die Geschichte beide Positionen gleichermaßen vertritt und demnach vermeintlich in sich widersprüchlich ist, ein bißchen so, wie wenn man einen Beziehungsstreit einmal vom einen und dann vom anderen Partner geschildert bekommt, wird doch ein echtes Zaubermärchen in der Tradition des Wiener Volkstheaters erzählt.
Wir sehen Helden und Versager, Zauberer, Königinnen, gefangene Prinzessinnen, böse Bewacher, wilde Tiere und einen ganzen Reigen allegorischer Figuren, die uns letztlich natürlich zu einem Happy End führen. Die vielen Symbole und Allegorien, die uns auf diesem Weg begleiten, verstellen uns nur allzu leicht den Blick auf die wesentliche Aussage dieser Aufklärungsoper, nämlich daß das weibliche und das männliche Prinzip in jedem Lebewesen vereint ist und immer ein Ganzes bildet.
Die vermeintlichen größten Gegensätze verschmelzen durch unsere Erkenntnis zu einer Einheit...so wie der - männliche - "Morgenstern", der uns ins Licht führt, und der - weibliche - "Abendstern", der uns die Finsternis und die Ruhe bringt, in Wirklichkeit der selbe Planet ist, nämlich die Venus.














